Heilige Einfalt


Reinhard Göweil, der Chefredakteur der „Wiener Zeitung“, zeigt sich in seinem Leitartikel vom 02.02.2016 unter dem Titel „Wehret den Anfängen“ (Link) entsetzt über die gegen Asylwerber getätigten gewaltsamen Übergriffe u.a. in Deutschland und Schweden.

Gleichzeitig entschließt er sich zu einem „Zugeständnis“, das für jeden Menschen, der nicht völlig von Sinnen ist, eine Selbstverständlichkeit sein müsste: „Natürlich müssen die Flüchtlinge gerecht in Europa verteilt werden, natürlich können sie sich nicht aussuchen, wo sie aufgenommen werden. Und natürlich haben sie sich an die Gesetze zu halten.“ Um dann umso deutlicher zu offenbaren, welch Geistes Kind er ist: „Eine ordentliche Registrierung ist nur deshalb notwendig, um etwa zu vermeiden, dass tausende Jugendliche untertauchen und von Verbrechern missbraucht werden.“

Aha, NUR deshalb? Wenn es also nicht gälte, Jugendliche vom Untertauchen abzuhalten oder vor Verbrechern zu schützen, könnten wir uns jedwede Grenzkontrolle und Grenzsicherung ersparen? Im Sinne dieser Logik kann Herr Göweil ja gleich die Schlösser von seinem Eigenheim abmontieren, falls er ausschließen kann, dass Jugendliche in seinen vier Wänden missbraucht werden. Einfältiger geht´s wohl kaum!

Natürlich empört er sich auch gegen die Vorstellung, Staatsgrenzen u.U. mit der Waffe zu schützen: „Auch wenn sie es abgeschwächt hat, die deutsche AfD-Chefin Petry konnte nichts Schlimmes an einem Waffeneinsatz gegen Flüchtlinge finden.“ und unterschlägt dabei nonchalant, dass Frau Petry laut einem Zeugen (Link) nichts anderes getan hat, als in Deutschland geltendes Recht zu zitieren, als sie bei einem Interview von Journalisten des „Mannheimer Morgen“ wiederholt auf den möglichen Einsatz von Waffen zur Grenzsicherung angesprochen wurde:

„Schußwaffengebrauch im Grenzdienst“. Dort hat der (deutsche) Gesetzgeber wie folgt formuliert: „Die in § 9 Nr. 1, 2, 7 und 8 genannten Vollzugsbeamten können im Grenzdienst Schußwaffen auch gegen Personen gebrauchen, die sich der wiederholten Weisung, zu halten oder die Überprüfung ihrer Person oder der etwa mitgeführten Beförderungsmittel und Gegenstände zu dulden, durch die Flucht zu entziehen versuchen.“

Die von Politik und Mainstreammedien (mit)verschuldete Zuwanderungskatastrophe enthält ungeheure Mengen sozialen Sprengstoffs, und sich über dessen Detonation zu wundern, ist blanke Heuchelei. Jenen Realitätsverweigerern, die meinen, Grenzsicherung hätte nur in einem Cateringservice für neu ankommende Asylforderer zu bestehen, ins Stammbuch:

Klar kann Europa noch viel mehr „Flüchtlinge“ durch offene, ungesicherte Grenzen eindringen lassen – klar, man KANN sehr vieles – z.B. aus dem 30. Stockwerk springen, aufhören zu atmen oder einfach fragen, gegen welche Wand Leute, die das unterstützen, mit dem Kopf voran gerannt sind.