Böses Erwachen


Der von US-hörigen Eurokraten zum „Gott-sei-bei-uns“ unserer friedliebenden, westlichen Welt stilisierte russische Präsident Putin hat in der vergangenen Woche unser einstmals souveränes Österreich besucht. Sogleich legte eine ganze Riege führender Scharfmacher aus diversen EU-Bruderländern ihre Stirnen in besorgte Falten und stellte klar, dass Österreich diese Kurzvisite von Herrn Putin nicht als Besuch, sondern gefälligst schon eher als Heimsuchung zu verstehen habe.

Zu allem Überfluss forderte der russische Staatschef Wladimir Putin vor dem Antritt seiner Reise das Parlament in Moskau auch noch auf, die ihm erteilte Vollmacht für ein militärisches Eingreifen in der Ukraine wieder aufzuheben. Putin setzte also einen deutlichen Schritt zur Deeskalation. Zu blöd aber auch! Schließlich hatte man seitens der EU auf Zuruf und mit tatkräftiger Unterstützung der USA genug Mühe, Geld und kriminelle Energie investiert, um die Ukraine zu destabilisieren und auf Grund der zu erwartenden Reaktion Russlands endlich eine Handhabe zu haben, Russland und seinen Präsidenten international völlig zu isolieren und einen Vorwand zur direkten Konfrontation zu schaffen. Und jetzt das.

Sogleich war man seitens unserer Regierungsvertreter bemüht klarzustellen, dass Herr Präsident Putin doch nur einer schon vor langer Zeit ausgesprochenen Einladung nach Österreich gefolgt sei, und man könne doch nicht … und man wolle schließlich nur … und bitte keinen politischen Eklat – und was den Herrschaften halt sonst noch an diplomatischem Geschwurbel einfallen mochte. Und schließlich wäre der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin eine gute Gelegenheit, das Projekt der Gaspipeline South Stream unter Dach und Fach zu bringen.

Das brachte das Blut einiger EU-Granden erst richtig in Wallung. Österreich erdreistete sich also, schnöde wirtschaftliche Interessen über die hehren Ideale der Friedenssicherung durch EU-NATO-Ost-Erweiterung bis an die Grenzen Russlands zu stellen und mit Herrn Putin zu sprechen. Das ging nun aber gar nicht.

Jeder psychologisch auch nur Halbgebildete weiß schließlich, dass ein Gespräch der erste Schritt zur Konfliktlösung ist. Und man will seitens der USA und US-höriger Scharfmacher in der EU schließlich den Konflikt nicht lösen, sondern weiter schüren, bis sich die USA mit Hilfe der EU im Rahmen der „Friedenssicherung“ in der Ukraine den Zugriff auf alle Ressourcen der Ukraine gesichert haben werden und jede Annäherung zwischen der EU und Russland für Jahrzehnte undenkbar sein wird. Besonders erfreulich wäre freilich, wenn man vorher noch im Zuge dieser „Friedenssicherung“ möglichst viele NATO-Kräfte möglichst nahe an die russische Grenze bringen könnte. Schließlich zieht die NATO Ende 2014 aus Afghanistan ab und braucht ein neues Betätigungsfeld.  Letztendlich wirklich optimal im Sinne der wahren Absichten der USA und ihrer Komplizen in der EU wäre es allerdings, wenn Herr Putin sich zu einem direkten militärischen Eingreifen in der Ostukraine entschließen könnte.

Hat das unserem Herrn Bundespräsidenten Fischer denn niemand erklärt? Offensichtlich nicht. Sonst wäre die als vordergründig unverbindliche Nettigkeit gegenüber Herrn Putin dahergekommene Feststellung unseres Herrn Bundespräsidenten, „von Sanktionen könne niemand profitieren“, in ihrer Naivität kaum zu begreifen.

Die auf Geheiß der USA seitens der EU gegen Russland verhängten Sanktionen werden weiter verschärft werden mit dem Ziel, Russland nachhaltig wirtschaftlich zu schwächen. Die daraus als Kollateralschaden folgende wirtschaftliche Schwächung der EU wird dabei von den USA nicht nur in Kauf genommen, sondern insgeheim durchaus begrüßt. Die wirtschaftliche Schwächung Russlands ist Teil einer langfristigen Strategie, „Russland in die Knie zu zwingen“, ebenso wie die fremdorchestrierte Destabilisierung der Ukraine und der Versuch, Russland zu einem militärischen Eingreifen zu provozieren.

All dem liegt als ideologisches Fundament die „Wolfowitz-Doktrin“ zu Grunde. In diesem Grundsatzpapier definiert der ehemalige stellvertretende amerikanische Verteidigungsminister jede Macht, die stark genug ist, sich Washingtons Einfluss zu entziehen, als feindlich:

„Unser an erster Stelle stehendes Ziel ist es, das Wiedererstarken eines neuen Rivalen, sei es auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion oder anderswo, der eine Drohung in dem Ausmaß darstellt, wie es die Sowjetunion war, zu verhindern. Das ist die dominierende Überlegung, auf der die neue Strategie der regionalen Verteidigung beruht, und diese verlangt, dass wir bestrebt sind, jede feindliche Macht davon abzuhalten, eine Region zu beherrschen, deren Ressourcen unter einer konsolidierten Kontrolle ausreichend wären, um eine globale Macht zu erzeugen.“

Deshalb war der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ins Auge gefasste Plan eines „Europäischen Hauses“ unter Einbeziehung Russlands den USA immer ein Dorn im Auge. Ein lange währender Konflikt zwischen der EU und Russland samt der wirtschaftlichen Schwächung beider Seiten ist im Interesse der USA. Die Ukraine soll nicht, wie von verträumten Visionären gedacht, Brücke zwischen EU und Russland, sondern im Sinne der „Wolfowitz-Doktrin“ der Keil sein, der verhindert, dass ein „Europäisches Haus“ mit Russland eine wirtschaftlich und militärisch starke Einheit wird, die Europa endgültig dem Einfluss und Machtbereich der USA entzieht.

Zbigniew Kazimierz Brzeziński, ein aus Polen stammender US-amerikanischer Politikwissenschaftler und als Berater „böser Geist“ von fünf amerikanischen Präsidenten einschließlich Obama, lässt keinen Zweifel daran, dass ein neuer Krieg im Herzen Europas für die USA und deren willfährige europäische Partner, allen voran Deutschland, längst kein Tabu mehr ist.

»Möglicherweise könnte sich die USA auf einen lang andauernden bewaffneten Konflikt in der Ukraine einstellen …“ Im offenen Feld hätten die Ukrainer keine Chance. Doch eine erfolgreiche Stadtverteidigung sei möglich, wenn die Ukrainer über Panzerfäuste, Anti-Panzer-Waffen und einige Verbände verfügen würden, die der Westen zu liefern hätte. „So lässt sich Russland in die Knie zwingen“. Obama müsse zeigen, dass die „Aggression der Russen“ zu einem langfristigen Konflikt führen könnte. Natürlich unterschlägt Brzezinski dreist, dass Washington und die EU mit vereinten Kräften und unter dem Vorwand, Freiheitsbestrebungen der Ukrainer zu unterstützen dafür gesorgt haben, dass die Krise überhaupt ins Rollen kam und dass die „Aggression der Russen“ nichts anderes als der verständliche Versuch Russlands ist, seine legitimen Sicherheitsinteressen zu wahren.

Dabei hat die USA in den Brüsseler Eurokraten willfährige Handlanger. Herman Van Rompuy, der demokratisch nicht legitimierte Präsident des Europäischen Rates erklärte am 2. Mai 2014: „Die globalistische (sic!) Europäische Union wird letztendlich jedes Land an der russischen Westgrenze kontrollieren … auch wenn die Unterstützung für derartige Bemühungen in der Öffentlichkeit sehr gering ist, werden wir es dennoch machen.“

Hinter der pseudodemokratischen Fassade kommt also wieder einmal die hässliche Fratze wahrer Antidemokraten zum Vorschein, die auch kein Problem damit haben, eine faschistoide Regierung in Kiew zu unterstützen. Deren Premierminister Arsenij Jazenjuk hat anlässlich seiner Beileidsbekundungen für die Familien gefallener ukrainischer Militärangehöriger folgenden Text auf der Internetseite der ukrainischen Botschaft in den USA veröffentlicht:

„Sie (die gefallenen ukrainischen Militärangehörigen) verloren ihr Leben, weil sie Frauen, Kinder und Alte verteidigten, die in Gefahr waren, von Eindringlingen sowie Untermenschen, welche von ihnen finanziert werden, getötet zu werden.“

Dieser „Herr“ Jazenjuk ist gemeinsam mit  vier der faschistischen Svoboda-Partei angehörenden Mitgliedern seiner Regierung seit dem Maidan-Putsch ein von EU-Granden in Brüssel hofierter, wirtschaftlich und militärisch unterstützter Partner einer offensichtlich von allen guten Geistern verlassenen EU unter Führung eines „erwachenden Deutschlands“.

4 Kommentare zu “Böses Erwachen

  1. Ich habe kein Problem mit dem Artikel, doch er ist verschwendete Liebesmüh. Die „Putinversteher“ brauchen ihn nicht, und die anderen sind bereits ausreichend gehirn gewaschen.
    Und Dinge wie die Wolfowitz-Stragegie kommen bei der gemeinen Bevölkerung ja gar nicht an.

    • Weil´s von wordpress als default so eingestellt war. Wenn Du meinst, dass das eine große Hürde für potentielle Diskutanten ist, kann ich diese Einstellung versuchsweise ändern … ist hiermit geschehen.

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